Die Aufschlagplatzierung ist für mich einer der unterschätztesten Hebel im Match. Wenn du deine Aufschläge nicht nur kraftvoll, sondern gezielt einsetzt, gewinnst du nicht nur häufiger den ersten Punkt – du ebnest dir vor allem den Weg, öfter den zweiten Punkt zu machen, also das darauf folgende Returnspiel kontrolliert zu beenden. In diesem Text teile ich praxisnahe Ideen, Trainingsübungen und taktische Gedankengänge, die dir helfen, mit gezielter Aufschlagplatzierung öfter den zweiten Punkt zu gewinnen.
Warum die Platzierung wichtiger ist als pure Power
Viele Spielerinnen und Spieler glauben, ein schneller Aufschlag sei der Schlüssel. Ich sehe das differenzierter: Tempo hilft, aber ohne Platzierung nimmt der Returner das Risiko meist an. Zielgenaue Aufschläge erzeugen direkte Schwächen – etwa einen schlechten Returnwinkel, eine Ballannahme zu weit hinter der Grundlinie oder einen Return, der kaum Druck aufbauen kann.
Wesentliche Effekte gezielter Platzierung:
Welche Platzierungen bringen den zweiten Punkt?
Im Grunde gibt es drei klassische Platzierungen mit leicht unterschiedlichen Outcomes:
Wie ich das Return-Verhalten lese und antworte
Im Match beobachte ich zuerst: Wo steht der Returner? Wie ist seine Grundstellung – weit hinter der Linie, nahe der Linie, etwas zur Mitte gewinkelt? Daraus leite ich ab, welche Platzierung am meisten Wirkung zeigt.
Ein paar Faustregeln, die ich nutze:
Training: Drills zur Aufschlagplatzierung
Ohne systematisches Training bleibt die Idee bloß schön. Ich arbeite gerne mit diesen Drills:
Technik-Tipps: So platzierst du besser
Platzierung ist nicht nur Ziel, sondern Technik. Kleine Anpassungen machen große Unterschiede.
Psychologie und Gameplan
Platzierung ist auch ein mentales Spiel: Wenn du dem Returner die Wahl nimmst, setzt du ihn unter Druck. Ich empfehle, den Gegner zu „programmieren“ — also wiederholt dieselbe Platzierung, um eine Erwartung aufzubauen, und dann plötzlich zu wechseln, um die Belohnung zu ernten.
Fehler, die ich oft sehe — und wie du sie vermeidest
Ein häufiger Fehler ist, zu viel auf Power zu setzen und dabei die Zielzone zu opfern. Ein weiterer: Ein zu stereotypes Muster, das der Returner antizipiert. Schließlich: schlechte Variation – immer nur außen servieren wird mit der Zeit wenig Wirkung zeigen.
Beispiele aus dem Profi-Spiel
Wenn ich mir Topspieler ansehe – Roger Federer, Novak Djokovic, Iga Świątek – fällt auf, dass sie nicht zwangsläufig die härtesten Aufschläge haben, aber sie treffen kontinuierlich die richtigen Zonen. Federer setzte oft auf den Wide-Serve, um die Vorhandseite zu öffnen; Djokovic nutzt Variation und Körper-Serves, um flache Returns zu provozieren. Das ist das Prinzip, das ich auch im Clubtraining einbaue: Intelligenz vor roher Gewalt.
| Platzierung | Primärer Effekt | Beste Antwort |
|---|---|---|
| Wide | Öffnet Mitte, bewegt Gegner | Angriff in die Mitte/Inside-Out |
| T | Flacher Return, Kontrolle | Direkter Winner oder Stopp zum Netz |
| Body | Fehlreturn/kurzer Return | Angriff auf kurze Bälle |
Wenn du möchtest, kann ich dir eine Trainingswoche zusammenstellen, die genau auf deine Aufschlagstärke und -schwächen angepasst ist. Oder ich analysiere ein Videoclip von deinem Aufschlag und gebe konkrete Korrekturen. Schreib mir über die Kontaktseite von Atp-turnier – ich antworte gern mit konkreten, umsetzbaren Vorschlägen.