Serve-and-Volley-Spieler können auf dem Platz sehr unangenehm sein: kurzer Return, schneller Netzangriff, Druck auf den Rückschläger. Aus meiner Erfahrung als Match-Analystin und Trainerin hilft nicht nur eine einzelne Rückschlagtechnik, sondern vor allem die richtige Return-Formation, um den zweiten Punkt gezielt zu gewinnen. Ich stelle dir drei konkrete Formationen vor, die ich regelmäßig empfehle und selbst einsetze – mit praktischen Tipps, Variationen und Übungsformen.
Warum die Formation wichtiger ist als nur der Return
Viele Spieler konzentrieren sich ausschließlich auf die Schlagtechnik: Slice, Flat, Topspin. Das ist wichtig, aber unvollständig. Die Formation beeinflusst die Winkel, die Optionen des Aufschlägers und deinen Handlungsspielraum. Mit der richtigen Position vor, während und nach dem Return kannst du:
Ich denke immer in Sequenzen: Vorbereitung – Return – Vorbereitung auf den nächsten Schlag. Darum nenne ich die drei Formationen auch nach ihrem Fokus: Defensive Kontrolle, Aggressiver Block und Active Width.
Formation 1: Defensive Kontrolle (für schnelle, niedrige Returns)
Positionierung: 1,5 bis 2 Meter hinter der Grundlinie, leicht rechts oder links des Mittpunktes, Gewicht auf dem vorderen Fuß.
Ziel: Den Ball sicher ins Spiel bringen, lange genug, um das Serve-and-Volley-Muster zu durchbrechen, und den Aufschläger zu einem riskanteren Volley zu zwingen.
Was ich beobachte: Viele Serve-and-Volley-Spieler treiben sich selbst zu riskanten Volleys, wenn sie nicht sofort unter Druck gesetzt werden. Der Slice hält den Ball niedrig und zwingt oft zu hohen Volleys oder zu uneleganten Half-volleys.
Formation 2: Aggressiver Block (für direkten Gegenangriff)
Positionierung: 0,5 bis 1 Meter hinter der Grundlinie, leicht nach vorne gelehnt, auf den Zehen. Ziel ist ein schneller, aggressiver Block-Return, der den Angreifer überrascht.
Ziel: Den zweiten Schlag als Angriff gestalten — nicht als Sicherheitsschlag. Du setzt den Aufschläger sofort unter Druck.
Praxis-Tipp: Übe diese Formation mit einem schnellen Aufschläger (z. B. Ballwurfmaschine oder einem Partner, der serve-and-volley simuliert). Trainiere deine Reaktionszeit und die Feinsteuerung für Cross-Returns.
Formation 3: Active Width (open stance, Breite nutzen)
Positionierung: Leicht seitlich versetzt zur Mitte (bis 1 Meter seitlich), etwa auf der Grundlinie. Offene Beinstellung, um die Breite zu nutzen und direkte Winkel zu spielen.
Ziel: Durch Breite gezielt Passierschläge und Winkel kreieren, die selbst den besten Netzspieler fordern.
Warum ich diese Formation mag: Ich zwinge den Netzspieler, sich zu bewegen und zu entscheiden – oft resultiert das in ungenauen Volleys oder in schlechten ersten Schritten nach dem Volley.
Wie du die richtige Formation auswählst
Ich beurteile drei Faktoren in Sekundenbruchteilen:
Übungen und Drills, um die Formationen zu verinnerlichen
Hier sind drei Drills, die ich selbst im Training verwende und die sofortige Wirkung zeigen:
Mentale Einstellung und Matchmanagement
Return-Formationen sind nicht nur physisch, sie sind auch mental. Ich empfehle folgende Grundsätze:
Kurzer Vergleich der Formationen
| Formation | Ziel | Bestes Szenario |
|---|---|---|
| Defensive Kontrolle | Ball ins Spiel bringen, Volleys provozieren | Schnelle, flache Serves |
| Aggressiver Block | Direkt Druck aufbauen, Überraschungsangriff | Etwas langsamere/hohe Serves |
| Active Width | Winkel kreieren, Passierschläge | Slices oder variierende Richtung |
Wenn du diese drei Formationen übst und in deinem Matchplan verankerst, wirst du merken: Es geht nicht nur darum, den Return zu treffen, sondern das ganze Spiel des Gegners zu lesen und zu steuern. Spiele bewusst, variiere und mache deine Formation zu einem Werkzeug – nicht nur zu einer Position.